Fachbegriffe aus allen Themenfeldern, die ZukunftsHaus bearbeitet — Wärme, Strom, Bauablauf, Förderrecht.
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K
Kündigung (Wärmelieferungsvertrag)
Ein laufender Wärmelieferungsvertrag lässt sich nicht einfach von heute auf morgen beenden — er ist auf Dauer angelegt. Bei fester Laufzeit gilt eine Kündigungsfrist von neun Monaten vor Vertragsende. Wurde gar keine Laufzeit vereinbart und ist der Vertrag allein durch den Bezug von Wärme zustande gekommen, entfällt diese Frist: Dann ist jederzeit kündbar.
Vorzeitig aussteigen kann, wer auf erneuerbare Energien umsteigt. Das ist mit zwei Monaten Frist möglich, wenn sich der Umstieg nachweisen lässt. Dieses Sonderkündigungsrecht gibt es erst seit Oktober 2021 und wurde eingeführt, damit ein bestehender Wärmeliefervertrag den Umstieg auf eine eigene Wärmepumpe nicht blockiert.
Der Lieferant selbst kann nur bei schweren Vertragsverstößen oder wiederholtem Zahlungsverzug kündigen, und auch dann erst nach einer Mahnung mit zwei Wochen Frist.
verweis:wissen/Contracting/recherche.md, Abschnitt "Kündigung" (Contractinglexikon 2026, S. 265–266; AVBFernwärmeV)
R
Rücklauftemperatur
Die Rücklauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers auf dem Rückweg von den Heizkörpern oder der Fußbodenheizung zum Wärmeerzeuger. Sie liegt immer unter der Vorlauftemperatur, weil das Wasser auf dem Weg durch die Räume Wärme abgegeben hat.
Der Abstand zwischen Vorlauf- und Rücklauftemperatur heißt Spreizung. Eine größere Spreizung bedeutet, dass eine kleinere Wassermenge dieselbe Wärmemenge transportiert — wichtig für die Dimensionierung von Rohren und Pumpen. Bei der Auslegung einer Wärmepumpe wird die Rücklauftemperatur zusammen mit der Vorlauftemperatur geprüft, weil beide zusammen die tatsächliche Betriebseffizienz bestimmen, nicht die Vorlauftemperatur allein.
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S
Solarthermie
Solarthermie nutzt Sonnenenergie, um Wärme zu erzeugen — für Warmwasser oder zur Unterstützung der Heizung. Kollektoren auf dem Dach erwärmen eine Trägerflüssigkeit, die die Wärme über einen Wärmetauscher an einen Pufferspeicher abgibt.
Das unterscheidet Solarthermie von Photovoltaik, die aus Sonnenlicht Strom macht. Beide Systeme lassen sich auf derselben Dachfläche kombinieren, teilen sich dort aber die verfügbare Fläche. In welchem Verhältnis sich das für ein konkretes Gebäude lohnt, hängt vom Warmwasserbedarf, der Dachausrichtung und davon ab, ob ohnehin eine Wärmepumpe geplant ist — eine Wärmepumpe deckt den Warmwasserbedarf oft mit ab, wodurch der zusätzliche Nutzen einer Solarthermieanlage sinkt.
eigenständig
V
Vertragslaufzeit
Bei einem Wärmelieferungsvertrag legt sich der Contractor auf eine deutlich längere Laufzeit fest als bei einem gewöhnlichen Strom- oder Gasvertrag. Der Grund liegt in der Investition: Ein Stromlieferant kann einen verlorenen Kunden über das bestehende Netz sofort durch einen anderen ersetzen. Wer dagegen eine Wärmeerzeugungsanlage für ein bestimmtes Gebäude baut, hat diese Investition an genau dieses Gebäude gebunden. Verliert er den Kunden, bevor sich die Anlage amortisiert hat, lässt sich die Wärme meist nicht anderweitig verkaufen.
Deshalb sind bei Wärme deutlich längere Laufzeiten üblich als bei Strom oder Gas: Ein normaler Stromvertrag mit Verbrauchern darf höchstens zwei Jahre fest laufen, Mieterstrom höchstens ein Jahr. Ein Wärmelieferungsvertrag läuft dagegen typischerweise zehn Jahre oder länger.
verweis:wissen/Contracting/recherche.md, Abschnitt "Vertragslaufzeit" (Contractinglexikon 2026, S. 491)
Vorlauftemperatur
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers auf dem Weg vom Wärmeerzeuger zu den Heizkörpern oder zur Fußbodenheizung. Sie steht am Wärmeerzeuger selbst ein und sinkt auf dem Weg durch die Räume wieder ab, weil das Wasser dort Wärme abgibt.
Bei einer Wärmepumpe hängt die Effizienz direkt an dieser Zahl: Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe, um die gleiche Wärmemenge zu erzeugen. Alte Heizkörper sind oft auf 70 °C oder mehr ausgelegt, eine Fußbodenheizung kommt meist mit 30–35 °C aus. Deshalb prüft die Auslegung vor dem Wechsel auf eine Wärmepumpe, mit welcher Vorlauftemperatur das bestehende Heizsystem tatsächlich auskommt — nicht nur theoretisch, sondern bei der kältesten Außentemperatur des Winters.
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