Sanierung und Neubau in Wackernheim

Sanierung mit vier TinyCubes, Wackernheim

Dieses Projekt in Wackernheim verbindet die Sanierung eines Wohnhauses von 1960 auf KfW 55 mit vier neu gebauten TinyCubes in Holzbauweise auf KfW-40-EE-Niveau.

Vorher lebte eine Person im Haus, danach stand es zwei Jahre leer. Heute wohnen sechzehn Menschen darin. Eine einzige Lambda EU13L versorgt Bestand und Neubauten samt Warmwasser; über Wohnungsübergabestationen liegt der Vorlauf in den Fußböden bei rund 30 Grad, der Puffer bei 57 Grad. Die Jahresarbeitszahl liegt bei 4,5 — trotz der hohen Puffertemperatur, die das Warmwasser erzwingt.

Stand

Kenndaten des Projekts
Projektart Sanierung + Neubau
Effizienzniveau KfW 55
Neubauteil KfW 40 EE
Projektjahr 2022
Ort Wackernheim
Gebäudetyp Mehrfamilienhaus
Baujahr 1960
Heizflächen Fußbodenheizung
Verbrauch vorher nicht bekannt
Bauteile Lambda EU13L · Loxone (Steuerung) · Baunach
Vorlauf nachher 30 °C
Speicher Puffer, 57 °C wegen der Wohnungsübergabestationen
Photovoltaik ja
JAZ gemessen 4,5

Datenstand 24.08.2026, Quelle: Abrechnung. Die Werte gelten für dieses Objekt. Sie sind keine Zusicherung für andere Gebäude — Heizlast und erforderliche Vorlauftemperatur hängen an Bausubstanz, Heizflächen und Nutzung des jeweiligen Hauses.

Die Entscheidung

Auf rund 300 Quadratmetern haben wir die Fußbodenheizung in den vorhandenen Estrich gefräst, statt einen neuen aufzubauen. Der Estrich war tragfähig, und was trägt, bleibt liegen — alles andere hieße, gebundene Energie wegzuwerfen. In den Anbauten und Neubauten kam ein Trockenestrich mit Lithotherm darauf.

Die TinyCubes sind vier Baukörper, zwei davon als Maisonette zusammengefasst. Der Grund ist einfach: Ein Tiny House hat sechs Hüllflächen. Vier einzeln hingestellte Häuser haben vierundzwanzig. Zusammengepackt sind es wieder sechs, alle übrigen Flächen liegen innen und sind beidseitig warm. Dazu kam, dass das Baufenster nicht mehr hergab.

Die Jahresarbeitszahl von 4,5 ist ehrlich gerechnet: Weil ein Gerät Heizung und Warmwasser übernimmt, muss der Puffer auf 57 Grad. Das kostet Arbeitszahl. Was passiert, wenn man das Warmwasser abtrennt, haben wir ein Jahr später am nächsten Projekt gemessen.

Kann man eine Fußbodenheizung in vorhandenen Estrich fräsen?

Ja, wenn der Estrich tragfähig ist — hier auf rund 300 Quadratmetern. Das spart nicht nur Aufbauhöhe, sondern vor allem den Abbruch: Ein Estrich, der noch trägt, ist gebundene graue Energie und gehört nicht in den Container. Wo neu gebaut wurde, kam stattdessen ein Trockenestrichsystem zum Einsatz. Ob gefräst werden kann, entscheidet sich am Objekt: In einem späteren Projekt trug der Estrich nicht, dort musste er raus.

Warum vier zusammengebaute Wohnungen statt vier einzelner Tiny Houses?

Weil ein einzelnes Tiny House sechs Hüllflächen hat: Boden, Decke und vier Wände. Vier einzeln aufgestellte Häuser haben vierundzwanzig. Packt man dieselben vier Einheiten zu einem Baukörper zusammen, sind es wieder nur sechs — alle übrigen Flächen liegen innen und sind auf beiden Seiten warm. Weniger Außenfläche heißt weniger Wärmeverlust, ohne einen Zentimeter mehr Dämmstoff.