Heizungstausch

Wärmepumpe auf der Dachterrasse

Dieses Projekt ist der Austausch einer Gasheizung gegen eine Wärmepumpe in einem Mehrfamilienhaus von etwa 1930, bei dem das Gerät auf der Dachterrasse aufgestellt wurde.

Statt den Garten aufzureißen, steht die Lambda EU20L auf der flachen Dachterrasse — der Platz wurde frei, weil der alte Kamin entfallen konnte, und der Wasserablauf war schon vorhanden. Die Heizkörper wurden vollständig getauscht, wodurch die Vorlauftemperatur von bis zu 60 auf 40 bis 45 Grad fällt. Vorher verbrauchte das Haus 35.000 bis 45.000 Kilowattstunden Gas im Jahr.

Stand

Kenndaten des Projekts
Projektart Sanierung
Gebäudetyp Mehrfamilienhaus
Wohneinheiten 2
Baujahr 1930
Wohnfläche 280 m²
Heizflächen neue Niedertemperatur-Heizkörper
Heizung vorher Gasheizung
Verbrauch vorher 35.000 bis 45.000 kWh Gas pro Jahr
Vorlauf vorher 60 °C
Bauteile Lambda EU20L · Baunach · Loxone (Steuerung)
Vorlauf nachher 45 °C
Speicher 18 kWh Akkuspeicher
Photovoltaik 8,55 kWp
Solarthermie ja
Förderung Heizungsförderung

Datenstand 24.08.2026, Quelle: Herstellerangabe. Die Werte gelten für dieses Objekt. Sie sind keine Zusicherung für andere Gebäude — Heizlast und erforderliche Vorlauftemperatur hängen an Bausubstanz, Heizflächen und Nutzung des jeweiligen Hauses.

Maßnahmen

  • Heizkörpertausch
  • Hydraulischer Abgleich

Die Entscheidung

Der Standort war die eigentliche Frage. Im Garten wäre die Wärmepumpe ungünstig gestanden, und aufreißen wollte ihn niemand. Der alte Kamin konnte ohnehin weg — damit war oben Platz. Die flache Dachterrasse hatte den Wasserablauf bereits, und dort stört das Gerät niemanden. Ein weggefallener Kamin macht Platz für das, was ihn ersetzt.

Technisch interessanter ist die Systemtrennung. Die Solarthermie arbeitet mit Sole, und die soll nicht ins Heizwasser. Also sind beide Kreise über einen Tauscher getrennt: Der Heizungsrücklauf wird an die anliegende Solewärme herangeführt, angehoben wird das Heizwasser, nicht die Quelle. So bleibt das Heizsystem frostschutzmittelfrei und die anliegende Energie lässt sich vom Sommer bis in den Winter nutzen.

Dass die Vorlauftemperatur von 60 auf 40 bis 45 Grad fällt, liegt allein an den neuen Heizkörpern. Ein Haus von 1930 braucht dafür keine Fußbodenheizung.

Kann eine Wärmepumpe auf dem Dach stehen?

Ja, und manchmal ist es die naheliegendste Lösung. Hier sollte der Garten nicht aufgerissen werden, und der alte Kamin konnte ohnehin entfallen — damit war der Platz auf der flachen Dachterrasse frei, samt vorhandenem Wasserablauf. Aufgestellt und entkoppelt stört das Gerät dort niemanden in der Nachbarschaft. In enger Bebauung ist das oft der einzige Standort, an dem weder Grenzabstand noch Schall zum Problem werden.

Braucht eine Wärmepumpe eine Fußbodenheizung, oder gehen Heizkörper?

Heizkörper gehen — sie müssen nur groß genug sein. In diesem Haus von etwa 1930 lag die Vorlauftemperatur vorher bei bis zu 60 Grad. Nach dem vollständigen Tausch der Heizkörper läuft die Anlage mit 40 bis 45 Grad. Dafür war weder eine Fußbodenheizung nötig noch ein Dämmprogramm an der Fassade.