Sanierung und Neubau in Wackernheim

Ehemaliges Weingut, Wackernheim

Das ehemalige Weingut in Wackernheim ist ein leerstehendes Hofgut, das zu zehn Wohnungen auf knapp 850 Quadratmetern umgebaut wurde — Herrenhaus und Scheune saniert, dazu ein Holzständer-Neubau.

Geheizt wird dezentral: zwei Lambda EU10L und eine EU13L, je Bauabschnitt eine. Das Warmwasser übernehmen elf Trinkwasser-Wärmepumpen 1EcoDesign ED 180 RF. Weil diese ihre Wärme aus dem Rücklauf der Fußbodenheizung ziehen, kühlen sie im Sommer über Rücklauftemperaturregulatoren den Fußboden mit. Die Jahresarbeitszahl liegt im Mittel der letzten zwei Jahre bei 7,5. Barrierefreier Zugang mit Aufzug, 30 kWp Photovoltaik, 25 Kubikmeter Regenwasserzisterne.

Stand

Kenndaten des Projekts
Projektart Sanierung + Neubau
Effizienzniveau KfW 40 EE
Neubauteil KfW 40
Projektjahr 2023
Ort Wackernheim
Gebäudetyp Mehrfamilienhaus
Wohneinheiten 10
Wohnfläche 850 m²
Heizflächen Fußbodenheizung
Bauteile 2 × Lambda EU10L · Lambda EU13L · 11 × Trinkwasser-Wärmepumpe 1EcoDesign ED 180 RF · Loxone (Steuerung) · 2 × LADE · Baunach
Speicher 20 kWh Akkuspeicher
Photovoltaik 30 kWp
JAZ gemessen 7,5

Datenstand 24.08.2026, Quelle: Abrechnung. Die Werte gelten für dieses Objekt. Sie sind keine Zusicherung für andere Gebäude — Heizlast und erforderliche Vorlauftemperatur hängen an Bausubstanz, Heizflächen und Nutzung des jeweiligen Hauses.

Die Entscheidung

Drei Wärmepumpen statt einer Zentrale — das sieht nach Verschwendung aus und war das Gegenteil. Die drei Bauabschnitte entstanden zu drei verschiedenen Zeiten, die Bewohner zogen nacheinander ein und waren von Anfang an voneinander getrennt. Für eine gemeinsame Heizzentrale hätten wir Medienrohre über die ganze Strecke legen müssen. Wir haben die Leitungslängen, die Baukosten und die Schutzmaßnahmen gerechnet, die nötig gewesen wären, damit eine Wärmepumpe die Bauphase übersteht und trotzdem schon ein Haus beheizt. Die Wärmeverluste dieser Leitungen entsprechen über zwanzig bis fünfundzwanzig Jahre etwa dem, was die beiden zusätzlichen Geräte gekostet haben. Der Zeitraum ist eine Annahme — wie viel Photovoltaikstrom dabei anfällt, weiß vorher niemand. Die Leitungslängen und Kosten sind gerechnet. Und der Platz für die große Maschine fehlte zu Beginn ohnehin.

Die zweite Entscheidung war, das Warmwasser vollständig abzutrennen. Elf eigene Trinkwasser-Wärmepumpen bedeuten, dass die Heizung im niedrigen Temperaturbereich bleiben darf. Der Nebeneffekt war größer als erwartet: Weil die Geräte ihre Wärme aus dem Rücklauf der Fußbodenheizung ziehen, kühlen sie im Sommer den Fußboden mit. Warmwasserbereitung als Kühlung. Das haben wir hier zum ersten Mal gebaut und danach wieder eingesetzt.

Eine große Wärmepumpe für mehrere Gebäude oder mehrere kleine?

Das entscheidet der Bauablauf, nicht die Technik. Hier entstanden drei Bauabschnitte zu drei verschiedenen Zeiten, die Bewohner zogen nacheinander ein. Eine gemeinsame Zentrale hätte Medienrohre über die ganze Strecke gebraucht; deren Wärmeverluste entsprechen über zwanzig bis fünfundzwanzig Jahre etwa dem Mehrpreis der beiden zusätzlichen Geräte. Für den Platz der großen Maschine war zu Beginn ohnehin kein Raum. Wird dagegen in einem Zug gebaut, ist die Zentrale die bessere Wahl.

Bringt eine eigene Wärmepumpe fürs Warmwasser etwas?

Ja, und zwar deutlich. Muss ein Gerät Heizung und Warmwasser zugleich liefern, zwingt das Warmwasser den Puffer hoch, und die Arbeitszahl fällt. Übernehmen eigene Trinkwasser-Wärmepumpen das Warmwasser, kann die Heizung im niedrigen Temperaturbereich bleiben. In zwei eigenen Häusern haben wir dazu 4,5 und 7,5 gemessen — bei sonst ähnlicher Bauweise.